vom 01.09.2004

Erweiterung des Bahnbetriebswerkes Lenggries

BOB bekam eine neue Werkhalle in Lenggries


Alle Arbeiten unter einem Dach

Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) GmbH mit Firmensitz in Holzkirchen nahm im Jahr 1998 ihren Betrieb auf. 120 Kilometer Schienenstrecke, 14 Triebzüge der Bauart Integral und auch drei der Bauart Talent sind im Einsatz. Die Wartung der Wägen hat bis vor kurzem der Fahrzeug-hersteller erledigt, doch hat sich dieser nun komplett aus diesem Geschäftsfeld zurückgezogen. Deswegen war im vergangenen Jahr der Neubau eines Betriebswerks zur Realisierung der Hauptuntersuchung der Integrale in Lenggries (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) erforderlich geworden. Die Kosten für den Erweiterungsbau des Bahn-betriebswerks der BOB blieben absolut im Rahmen: rund fünf Millionen Euro wurden in der Oberbayerischen Gemeinde investiert. Dabei wurde die Finanzierung durch die Connex-Gruppe, ein privatwirtschaftliches Nahverkehrsunternehmen in Deutschland, maßgeblich vom Freistaat Bayern im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes unterstützt.

Im Jahr 2003 hatten die Planungen für das neue Gebäude begonnen und schon im Juni dieses Jahres konnte die Einweihung des Er-weiterungsbaus vorgenommen werden. Das bisherige Werk in Lenggries mit seinen zugehörigen Anlagen, wie die Zufahrt- und Abstellgleise, befindet sich auf dem der GmbH eigenem Grund. Für den Erweiterungsbau musste Grund von DB Immobilien erworben werden. Auch war es nötig, ein benachbartes Grundstücks von der Gemeinde Lenggries zu pachten.

Die Planung für alle Leistungsbereiche und Gewerke, inklusive Architektur und Bautechnik, Statik, Haus- und Elektrotechnik bekam das Nürnberger Ingenieurbüro Emch+Berger GmbH zugeteilt. Im Vorfeld musste dazu eine Studie der Arbeitsabläufe und Vorgänge bei der Instandhaltung der Schienenfahrzeuge erstellt werden, die dann die Grundlage für die Planung der räumlichen Aufteilung der neuen Werkhalle bildete. „Ziel war es, zwischen den einzelnen Arbeitsständen ein Optimum an Verkehrsfläche für Staplerfahrzeuge, Arbeitsplätze und Instandhaltungspersonal zu erreichen. Unter Einbeziehung des vorhandenen Wartungsstützpunkts war ein Bahnbetriebswerk zu konzipieren, das die zeitgemäßen Anforderungen und Vorgaben von Technik, Wirtschaftlichkeit und Arbeitssicherheit berücksichtigt, aber dennoch im abgesteckten Kostenrahmen bleibt“, so Walter Keller von Emch+Berger in einer Pressemitteilung.

Räumliches Konzept des Neubaus
Die zweigleisige Werkhalle im Neubau beinhaltet zwei Arbeitsstände mit rund 60 Metern Aufstelllänge. Im Anschluss an die Stände wurde ein Lager in Paternostern für Kleinteile untergebracht.

Neben dem Kleinteilelager wurden zwei weitere Lagerräume errichtet, die auf rund 800 Quadratmetern Platz für die Unterbringung von Ersatz-teilen bieten. Gut durchdacht ist die Geschossdecke, die entsprechend dimensioniert wurde, um auch große Bauteile aufzunehmen. Rund 1000 Kilogramm Lastannahme pro Quadratmeter sind möglich.

Zum Werkbereich gehören die durchgehenden Arbeitsgruben aus Stahlbeton mit Seitentaschen jeweils neben den beiden Gleisen. Sie ermöglichen die Arbeiten im Unterflurbereich der Integrale und natürlich auch anderer Schienenfahrzeuge je nach Bedarf. Dort angebrachte Anschlüsse an die Wasser-, Frischöl- und Altölleitungen stellen kurze Arbeitswege für die Werkstattmitarbeiter sicher.

Einige Meter über dem Boden können Arbeiten am Dach der Züge durchgeführt werden. Dazu wurden Arbeitsbühnen auf gesamter Fahrzeuglänge in die Halle integriert. „Durch ein spezielles Verschub-system kann der Randspalt zwischen Fahrzeug und Bühne auf nahezu Null verringert und damit die Unfallgefahr für Arbeiten im Dachbereich deutlich reduziert werden“, erläuterte Keller weiter. Zudem sei die Werkhalle mit zwei Krananlagen mit je 15 Tonnen Nutzlast ausgestattet, die eine Durchführung der aufwändigen Revisionsarbeiten an den Fahrzeugen ermöglichen sollen. Auch steht eine Hebebockanlage für das Anheben der Integrale mit einer Tragfähigkeit von 12 mal 16 Tonnen zur Verfügung, „um zum Beispiel Achsen oder Antriebe an den Fahr-zeugen wechseln zu können“.

Direkt an die Halle mit ihren Ausmaßen von rund 75 Metern Länge, 25,5 Metern Breite 12,4 Metern Firsthöhe entstand in nur wenigen Monaten ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude mit Werkstatt-, Lager-, und Büroräumen (9,50 Meter mal 25 Meter). „Damit wurden endlich die beengten Platzverhältnisse in der bestehenden Halle beendet“, schrieb Keller. Natürlich wurden bei diesem Raumkonzept die Sozial- und Aufenthaltsräume berücksichtigt.

Umgestaltet werden mussten auch die Außenanlagen. Diese bieten nun Platz für LKW-Anlieferungen und Abstellgleise für Schienenfahrzeuge. An die Umwelt wurde ebenfalls gedacht: Das Regenwasser der Dach- und Straßenflächen wird in mehreren Versickerungsanlagen umwelt-freundlich dezentral versickert.

Um den Alt- und den Neubau aneinander anzupassen, seien an der alten Halle kleinere Umbaumaßnahmen fällig gewesen. So bekam sie ein neues Rolltor für Schienenfahrzeuge, was neben einer Anpassung der Hallenwände im Bereich des Tores auch Änderungen an den vorhandenen Versorgungsleitungen mit sich brachte.

Der Hochbau
Das Ingenieurbüro Emch+Partner beschreibt das Projekt in Lenggries als einen „ausschließlichen Funktionalbau“. Dabei folge die Gebäude-

hülle dem Funktionsablauf. „Die Kubatur wird durch die beiden aneinandergefügten Baukörper auf das Notwendigste beschränkt.

Durch den 6 Meter Abstand zwischen der bestehenden Einrichtung und dem neuen Bahnbetriebwerk sowie dem seitlichen Versatz bleiben die Baukörper als Einzelgebäude sichtbar“, ist im Erläuterungsbericht des Ingenieur- und Planungsbüros zu lesen. Dadurch sei eine Strukturierung erfolgt, die die Gebäude aufgliedere und die für Lenggries große Baumasse in das Ortsbild einfüge.

Für das nötige oberländische Grün wurde mit einem Flächenspalier auf der Ostseite gesorgt, zudem rahmen die Baumreihen im Süden und Westen das Gebäude grün ein.

Auf der Ostseite des Gebäudes stuft ein Pultdachbau den Hallen-baukörper zur Scharfreiterstraße hin ab und bildet den Übergang zur im Durchschnitt zweigeschossigen Bauweise des Ortes.

„Die Dachhaut im Hallenbereich haben wir als ortsübliche Pfannen-deckung ausgeführt, der Pultdachanbau erhielt Kupferblechdeckung. Damit fügt sich der Hauptkörper in das ortsübliche Bild des Sattel-dachaufbaus harmonisch ein“, wird im Erläuterungsbericht argumentiert. Zusätzlich bekam die Halle eine Verkleidung in senkrechter Schalung aus witterungsbeständigem Lärchenholz. Durch den Abgleich mit der bestehenden Halle wurde ein ruhiges Bild geschaffen. Der Pultdach-anbau ist weiß geputzt und erhielt seine Grünstruktur durch das bepflanzte Holzspalier (siehe oben).

Das Belichtungskonzept ist gut durchdacht. So sorgen Lichtbänder unterhalb der der Traufe für einen angenehmen Tageslichteinfall und

die Oberlichter zwischen den Binderachsen bringen ausreichend Helligkeit in die fast 2000 Quadratmeter große Fahrzeughalle.

Schwenger

Auf einen Blick:

  • Fahrzeughalle der Bayerischen Oberlandbahn GmbH
  • Firmensitz: Holzkirchen
  • Ingenieur- und Planungsbüro Emch+Berger, Nürnberg
  • Baukosten: Rund 5 Millionen Euro
  • Ausmaße Fahrzeughalle:
    Länge 75,60 m, Breite 25,50 m, Firsthöhe 12,38 m
  • Ausmaße Verwaltungsgebäude (2-geschossig):
    Länge 25 m, Breite 9,50 m
  • Ausmaße Lager:
    Länge 50,6 m, Breite 9,50


vom 21.11.2003

Richtfest am Wolfgang- Borchert Gymnasium Langenzenn

Fünf Monate nach dem ersten Spatenstich kann am Wolfgang-Borchert-Gymnasium (WBG) in Langenzenn das Richtfest für den Erweiterungs-bau gefeiert werden. In dem 1,7 Millionen Euro teuren Neubau sollen im nächsten Schuljahr die Fachbereiche Biologie und Kunst neu unter-gebracht werden. Die nach Umzug im bestehenden Schulgebäude frei werdenden Räumlichkeiten werden dann ebenfalls umgebaut, so dass das Standardraumprogramm des Kultusministeriums für ein auf

27 Klassen zuzüglich 7 Kursräumen für die Kollegstufe ausgelegtes Gymnasium erfüllt werden kann.

Zur Zeit besuchen 1.164 Schüler das Wolfgang-Borchert-Gymnasium, das damit fast seine Kapazitätsgrenze von 1.180 Schülern erreicht hat. "Wir können zwar - trotz des Erweiterungsbaus - nicht wesentlich mehr Schüler aufnehmen", erklärte die Landrätin, "aber die Unterrichts-bedingungen verbessern sich erheblich!".Ursprünglich war das Gymnasium in Langenzenn zunächst nur als Zweigstelle des Hardenberg Gymnasiums in Fürth gedacht, ist dann aber Stück um

Stück zu einer eigenständigen Schule gewachsen.

Aufgrund dieser Entwicklungsgeschichte fehlen derzeit gemäß dem Standardraumprogramm des Kultusministeriums noch ein Chemie-lehrsaal (66 qm), ein kleiner Chemie-Übungssaal (50 qm), ein Zeichen-saal (66 qm), ein Vorbereitungs- und Sammlungsraum, ein Eltern-sprechzimmer (16 qm) und ein Fahrschüleraufenthaltsraum (66 qm).

Durch die Auslagerung der kompletten Fachschaften Biologie und Kunst aus dem bestehenden Schulgebäude in den Erweiterungsbau können die fehlenden Räume realisiert werden, zugleich wurde damit eine wirtschaftliche Lösung gefunden, den Bedarf der Schule an Fachräumen zu decken.

Der Erweiterungsbau mit Treppenhaus wird eine Hauptnutzfläche von

ca. 420 m2 und eine Kubatur von rund 3300 m3 haben. Der Freistaat Bayern fördert dieses Bauvorhaben mit Zuwendungsmitteln in Höhe von insgesamt ca. 496.000 Euro. Der Landkreis hat einen Betrag in Höhe von 1.217.000 Euro aus Eigenmitteln zu erbringen.

"Das Gymnasium in Langenzenn steht seit 1990 an der Spitze unserer Schulinvestitionen", betonte Landrätin Dr. Gabriele Pauli beim Richtfest. Allein in den letzten drei Jahren habe der Landkreis für das WBG rund

6,2 Millionen Euro ausgegeben. Die Summe wurde unter anderem für eine Erweiterung um zehn Klassenzimmer im Jahr 1993 und für neue EDV-Ausstattung investiert.

 

 


vom 17.05.2003

Neubau eines Werkstatt- und Verwaltungsgebäudes in Fürth

Mit einem Richtfest feierte die infra fürth gestern die Fertigstellung von zwei Rohbauten »Eine Investition in die Zukunft«

Auf über 7000 Quadratmetern entstehen ein Verwaltungs- und ein Werkstättengebäude
VON GUNHILD RÜBEKEIL

FÜRTH - Der städtische Energieversorger infra fürth GmbH feierte gestern Richtfest für zwei Rohbauten mit einer Gesamtfläche von über 7000 Quadratmetern. Die beiden Häuser in der Leyher Straße 69 entstehen in unmittelbarer Nachbarschaft der bereits bestehenden infra-Gebäude.

In dem 8,8 Millionen Euro teuren Neubau versammelt der Konzern Werkstätten, Informationstechnik, Labor und Verwaltung an zentraler Stelle und will so für kürzere Wege sorgen. Die Bereiche der infra fürth, die hierher umgesiedelt werden, sind momentan noch in der Fron-müllerstraße beheimatet.

Diese aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammenden Häuser zu sanieren, so der infra-Geschäftsführer Hans Partheimüller, wäre enorm teuer gekommen. Zudem sorgt dort noch eine veraltete Dampfheizung für Wärme. Die Neubauten sollen durch ihren um 50 Prozent reduzierten Kohlendioxidausstoß einen aktiven Beitrag für den Umweltschutz leisten.

Modernes Beratungszentrum
Im Verwaltungsgebäude mit 4200 Quadratmetern finden der technische Kundendienst, der Vertrieb, das Labor und die Informationstechnik eine neue Heimat. Hier soll zudem ein modernes Kundenberatungszentrum entstehen.

Im zweiten Gebäude siedeln sich die Werkstätten aus den Bereichen Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und Zählertechnik sowie die Haus-anschlussgruppe auf zirka 2850 Quadratmetern an. Die kurzen Wege ermöglichen laut infra eine optimale Arbeitsvorbereitung und Arbeits-ablauforganisation.

Der alte Turm, das Wahrzeichen des Geländes in der Leyher Straße, wurde nahtlos in die neue Bausubstanz integriert und symbolisiert so ein Stück Vergangenheit.

Nach dem Richtspruch des Poliers lobte Oberbürgermeister Thomas Jung in seinem Grußwort den Energielieferanten als »Perle im Konzern Fürth« (die Stadt ist Gesellschafterin) und bezeichnete den Neubau als »Investition in die Zukunft«. Der Energiekonzern unterstütze die Stadt in ihrer finanziell angespannten Lage durch seine Steuern und Erträge.

Finanzieller Kraftakt
Erfolgreiches Wirtschaften und der Abbau von Hierarchien in den oberen Konzernebenen, so Partheimüller, ermöglichten diesen finanziellen Kraftakt. Der Abriss und die Dekontaminierung der alten Gebäude in der Fronmüllerstraße sollen nach dem Umzug Schritt für Schritt erfolgen, so dass die finanzielle Belastung überschaubar bleibe.

 



vom 24.04.2003

Erweiterung des Wolfgang- Borchert Gymnasium Langenzenn

Baubeginn für 1,7 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau am Wolfgang-Borchert Gymnasium Langenzenn.
Die Schule in Langenzenn steht seit 1990 an der Spitze bei den Investitionen des Kreises für seine Gymnasien.

Am Wolfgang-Borchert Gymnasium in Langenzenn (WBG) erfolgte durch Landrätin Dr. Gabriele Pauli der Spatenstich für einen rund 1,7 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau. In diesen werden im übernächsten Schuljahr die Fachbereiche Biologie und Kunst einziehen. Die dann im bestehenden Schulgebäude frei werdenden Räumlichkeiten werden durch Umbaumaßnahmen gleichzeitig neu geordnet, so dass künftig das so genannte „Standardraumprogramm des Kultusministeriums“

für ein auf 27 Klassen zuzüglich Kollegstufe ausgelegtes Gymnasium durch den Landkreis erfüllt werden kann. „Der Bau möge deshalb zügig und insbesondere unfallfrei von statten gehen, damit die Schule die neuen Räumlichkeiten pünktlich zum Schuljahresbeginn 2004/2005 nutzen kann“, wünschte sich Landrätin Dr. Gabriele Pauli beim von Schulleitung, Kreisräten, Schülern und Eltern verfolgten symbolischen Spatenstich, der zugleich den Beginn der Bauarbeiten markierte.

Konkret fehlen derzeit in Langenzenn gemäß dem „Standardraumprogramm des Kultusministeriums“

ein Chemielehrsaal (66 qm), ein kleiner Chemie-Übungssaal (50 qm), ein Zeichensaal (66 qm), ein Vorbereitungs- und Sammlungs-

raum (24 qm), ein Elternsprechzimmer (16 qm) und ein Fahrschüler-aufenthaltsraum (66 qm). Mit der kompletten Auslagerung der Fachschaften Biologie und Kunst in dem neuen Erweiterungsbau wurde eine wirtschaftliche Lösung gefunden, fehlenden Räumlichkeiten innerhalb des Schulgebäudes durch Umbau- und Umnutzungs-maßnahmen zu schaffen und so den bestehenden Bedarf der Schule an Fach-räumen zu decken. In enger Kooperation mit der Schule seien daher die Pläne entwickelt worden, so Schulleiter Joachim Mensdorf, der dem Landkreis ausdrücklich für seine „große Flexibilität“ dankte.

Der Erweiterungsbau wird eine Hauptnutzfläche von etwa 423 m2 und eine Kubatur von ca. 2.735 m3 haben. Die Kosten für den umbauten Raum dürften sich auf 360,12 € /m3 belaufen. Der Freistaat Bayern fördert dieses Bauvorhaben mit Zuwendungsmitteln in Höhe von insgesamt rund 496.000,- € . Der Landkreis hat einen Betrag in Höhe von
1.217.000,- € aus Eigenmitteln zu erbringen. Diese Mittel verteilen sich auf die Haushalte 2002 bis 2005. Damit belegt das „jüngste Gymnasium des Landkreises“ (Dr.Pauli) weiterhin den Spitzenplatz bei den Geldern, die der Landkreis in seine Gymnasien investiert, betonte die Landrätin. Allein in den letzten drei Jahren habe der Landkreis Fürth für das WBG rund 6,2 Millionen Euro ausgegeben. Unter anderem für Erweiterungsmaßnahmen von 10 Klassenzimmern (1993) und für neue EDV-Ausstattung. Bereits seit 1990 aber sei das WBG daher, gemessen an den Investitionen, der Spitzenreiter unter den drei Landkreis-Gymnasien.




vom 25.01.2003

Statische Überprüfung von Solar- anlagen auf verschiedenen Fürther Schuldächern

Auf insgesamt acht Schulen sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 250 Kilowatt/p installiert worden

Schuldächer sind der Vorposten der Solarstadt Fürth Private Investoren finanzieren Anlagen im Wert von 1,2 Millionen Euro Modell für den geplanten »Energieberg« in Atzenhof

FÜRTH Jetzt warten die Investoren nur noch auf die Sonne über den Fürther Schulen. Denn auf den acht geeigneten Standorten sind demnächst alle Photovoltaikanlagen mit einer nominalen Leistung von 250 Kilowatt installiert worden.

Nun sahnen auch die Solaranlagen auf den Dächern der Hans-Böckler-Schule an der Fronmüllerstraße die energetische Sonnenpost ab. Von allen Schuldächern mit Solarflächen hat die Böcklerschule die mit Abstand größte Leistung: Insgesamt 60 Kilowatt werden hier ins Netz gespeist, wenn Sonne und Anlage auf vollen Touren laufen.

Partner ist die Bremer Firma WPD, die bisher wie ihr voller Name Wind Project Development erkennen lässt vor allem in Windkraftanlagen investiert hat. Sie wagt sich nun in Fürth auch auf den Solarmarkt vor und hat zunächst das Schuldächerprojekt finanziert. Damit ist auf das Ziel einer Solarstadt Fürth, das sich Oberbürgermeister Thomas Jung seit Jahren auf die Fahnen geschrieben hat, ein wichtigen Schritt voran getan.

Bei der Besichtigung der nun größten Solaranlage auf einer Fürther Schule mussten der OB, die Stadträte, die Schulmänner und Vertreter der Umweltplanung durch den hohen Schnee auf dem Flachdach des hinteren Gebäudetrakts der HBS stapfen. Bei dem grauen Himmel war die Leistung der Licht in Strom wandelnden Technik natürlich nicht sehr hoch.

»Übers Jahr gesehen muss man von der Nennleistung 20 bis 25 Prozent abziehen«, berichtet Werner Scharl, umweltpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Stadtrat und Initiator der Solaraktion auf Schul-dächern. Am Helene-Lange-Gymnasium, an dem Scharl unterrichtet, hat die 20-Kilowatt-Anlage aufs Jahr gerechnet etwa 15 Kilowatt als realen Durchschnittswert erbracht. Am HLG wird die Photovoltaik seit 2001 genutzt ebenso wie auf den Dächern der Grund- und Hauptschule Kiderlinstraße mit ähnlicher Leistung. Scharl nennt als Ertrag für den Betreiber von Solaranlagen einen durchschnittlichen Wert von 900 Kilowatt im Jahr pro Nennwert Kilowatt/peak (Spitzenwert). Dafür werden pro Kilowatt 48,1 Cent vergütet.

Die Schulen und die Stadt sehen von diesem Geschäft aber nichts. Sie stellen die Flächen dem Investor nahezu mietfrei zur Verfügung. Der ursprüngliche Plan, dass eine Ein-Kilo-Watt-Anlage jeweils der Schule für Unterrichtszwecke bereitgestellt wird, ließ sich mit dem jetzigen Investor nicht verwirklichen. Die Schulen erhalten lediglich Angaben über die erwirtschafteten Strommengen.

»Auch so lassen sich die Anlagen pädagogisch nutzbar machen«, versucht Johann Gerdenitsch, Leiter des Umweltplanungsamtes, dem Unternehmen positive Seiten für die Schulen abzugewinnen.

»Wenn man beispielsweise auf die Langzeitwirkung der Anlage hinweist und gegenrechnet, wie viel nicht-regenerierbare Energie samt Kohlenstoffausstoß damit gespart werden können.«

Auf der positiven Seite ist die Stadt auch nicht nur mit der Signalwirkung dieser Solar- und Umweltpolitik, sondern auch dadurch, dass heimische Unternehmen Aufträge erhalten. So freut sich Wolfgang Wismeth von der GWU aus der Hans-Vogel-Straße, dass seine Firma mit 40 Mitarbeitern hier ins Geschäft gekommen ist.

Die GWU ist ebenfalls wie die Investfirma WPD auch Partner bei dem noch wesentlich größeren Solarprojekt, das für den Südhang des Müllbergs in Atzenhof geplant ist. Wie ausführlich berichtet, soll dort ein Solarfeld mit einer Nutzfläche von 9000 Quadratmetern insgesamt ein Megawatt Strom erzeugen, also die vierfache Menge dessen, was die acht Schuldächer zusammen erbringen.

Die Umweltplanung will dennoch auch das Potenzial geeigneter Dächer in der Stadt prüfen. Per Luftbild sollen sowohl städtische wie private Dächer auf ihre Solartauglichkeit abgeklopft werden. Immerhin müssen einige Bedingungen zusammenkommen, ehe die Installation sich lohnt: Mindestfläche, Sonnenposition, Bauzustand, Denkmalschutz. Gerdenitsch denkt dabei auch an Firmen oder Wohngesellschaften, die sich die Sonnenenergie zu Nutze machen könnten.

MARTIN MÖLLER

 


vom 26.01.2002

Neubau Produktionshalle 4, Umbau Halle 11 + 12, Fundierung Fußgänger- brücke Fa. Leonhard KURZ

Eine Stahlkonstruktion bei Firma Kurz überspannt die äußere Schwabacher Straße

Ein neuer Brückenschlag im Süden
Über 200 Tonnen Stahl am Haken - Platz zur Expansion auf ehemaligem Bundeswehr-Gelände


Bildmaterial : Animation Architekturbüro Augustin

FÜRTH- Ein markantes Entree legt sich die Stadt im Süden zu. Seit Freitag überspannt eine nagelneue Brücke die äußere Schwabacher Straße. Die Stahlkonstruktion verbindet den Firmensitz des traditionsreichen Prägefolienunternehmens Leonhard Kurz mit den neuen Erweiterungsbauten für Informationstechnik, Werbung und Finanzen auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände am Gewerbepark Süd.

Rund 25 Millionen Euro hat die Firma seit November 2000 in den Ausbau ihres Fürther Standorts investiert. Dabei sah es für die Firmen-entwicklung in Fürth in den 80er Jahren noch sehr düster aus. Weil der Platz zur Erweiterung fehlte, wurde in Sulzbach eine hochmoderne Produktionsstätte aufgebaut, die 1986 ihren Betrieb aufnahm und inzwischen rund 700 Mitarbeiter beschäftigt. Neue Perspektiven für Fürth eröffneten sich erst mit dem Abzug des Militärs.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Schwabacher Straße konnte nun eine Erweiterungsfläche erworben werden, die bis vor zur Rothenburger Straße reicht. Jetzt war an eine Erweiterung der Produktionsanlagen zu denken. Für die im Zuge der Erweiterungsbauten wegfallenden Firmen-parkplätze wurde auf dem ehemaligen Bundeswehr-Depot Ersatz geschaffen.

Außerdem verwandelte man zwei Lagerhallen mit jeweils 2000 Quadratmetern Fläche in moderne Bürogebäude. Eine weitere Lager-halle, ebenfalls Baujahr 1970 und in solidem Zustand, steht als Reserve zur Verfügung. Die vierte Lagerhalle hat sich Tucher gesichert.

Zur Verbindung beider Firmenareale war eine Straßenunterführung wegen der zahlreichen Versorgungsleitungen in diesem Bereich problematisch. Deshalb wurde eine Brückenkonstruktion gewählt. 88 Meter lang und 205 Tonnen schwer ist das glasverkleidete Stahlgerippe, das nun die Schwabacher Straße in knapp fünf Metern Höhe überspannt. Allein die Schweißnähte wiegen zwei Tonnen. Drei 500-Tonnen-Autokräne, die bereits in der Nacht zum Freitag aufgestellt worden sind, waren nötig, um die zwei Brückenteile an ihren Platz zu hieven.

Die provisorische Mittelstütze wird später entfernt.

Getragen wird das vom Nürnberger Architekturbüro Augustin entworfene, rund 1,5 Millionen Euro teure Bauwerk dann von den Stahltrossen eines mächtigen Pylonen. An beiden Seiten sind neben Treppen auch Aufzüge angebracht. Noch etwa vier Wochen wird es dauern, bis die neue Fußgängerbrücke fertig ist. Während der Montagearbeiten muss die Schwabacher Straße noch bis Montag, 5 Uhr, gesperrt bleiben. Der Verkehr (auch Busse) wird über die Südwesttangente umgeleitet. In Fürth war das 1899 gegründete und ursprünglich in der Friedrichstraße beheimatete Familienunternehmen schon einmal an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Knapp vor seinem Abzug ermöglichte OB Hans Bornkessel 1958 die Neubauansiedlung an der äußeren Schwabacher Straße. Hier sind jetzt rud 1000 Mitarbeiter in Verwaltung, Forschung, Entwicklung und Verfahrenstechnik beschäftigt.

Seniorchef Dr. (med.) Herbert Kurz nimmt noch immer Anteil an dem inzwischen von seinen Söhnen Walter (Marketing) und Peter Kurz (Produktion) geleiteten Unternehmen. Inzwischen unterhält die Firma Kurz weltweit neun Produktionsstätten, darunter drei in den USA. Die Prägefolien finden vielfältige Verwendung: in der Automobilindustrie ebenso wie bei der Handy-Herstellung.

VOLKER DITTMAR